Geschichte

Über dem Eingangsturm des Landtors befinden sich zwei Symbole der Geschichte von Korčula:

  • Eine Tafel mit dem geflügelten Löwen des Heiligen Markus als Symbol der Herrschaft der Venezianischen Republik
  • Eine Gedenktafel zur tausendjährigen Jubiläumsfeier der Krönung des ersten kroatischen Königs Tomislav, angebracht im Jahr 1925

Urgeschichte

Reiche archäologische Funde auf dem gesamten Gebiet der Insel Korčula, insbesondere in Höhlen – hervorzuheben ist die Vela spila bei Vela Luka – zeugen von der Entwicklung vorgeschichtlicher Kulturen vom Paläolithikum bis zur Bronzezeit sowie von den maritimen Verbindungen der damaligen Bewohner mit anderen Teilen des Mittelmeerraums.

Die ersten bekannten Bewohner Korčulas waren die Illyrer. Sie durchzogen die Insel mit zahlreichen Befestigungen – sogenannten Gradinen – auf Erhebungen und schufen ein Kommunikationsnetz. Der bekannteste illyrische Fundort auf der Insel ist die spät-eisenzeitliche Nekropole der Gradina-Siedlung Kopila bei Blato im westlichen Teil der Insel. Grabbeigaben aus importierter hellenistischer Keramik, Glas-, Bernstein- und Metallschmuck, Waffen und Kleidungszubehör datieren vom mittleren 4. bis zum Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr., wobei einige archäologische Hinweise auf eine Besiedlung Kopilas bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. hindeuten.
Kürzlich begonnene archäologische Untersuchungen an der eisenzeitlichen Siedlung „U Stine“ im Gebiet des Dorfes Žrnovo weisen auf das Bestehen einer bedeutenden und gut organisierten illyrischen Gemeinschaft im Osten der Insel hin. Diese kontrollierte eine wichtige Schifffahrtsroute – den Pelješac-Kanal – und archäologische Funde zeigen auch hellenistischen Einfluss und Kontakte.

6. JAHRHUNDERT V. CHR.

Die Insel Korčula tritt mit dem Eindringen der ersten griechischen Kolonisten aus der geschichtlichen Anonymität. Sie nannten die Insel Korkyra Melaina – Schwarzes Korkyra – wegen ihrer dichten Wälder. Die frühesten Kontakte mit der illyrischen Bevölkerung waren durch Handel geprägt, aber auch durch das anhaltende griechische Interesse an lebenswichtigen Ressourcen – insbesondere Ackerland, Weiden, Wälder und die günstige Lage.
Die griechische Präsenz wurde durch die Besiedlung strategisch wichtiger Orte gestärkt. Die Kolonisierung der östlichen Adriaküste erfolgte in drei Phasen, von denen zwei auf Korčula nachweisbar sind. Die archaische Phase wird ins 6. Jahrhundert v. Chr. datiert und mit Griechen aus der Stadt Knidos im heutigen Türkei in Verbindung gebracht. Über diese Phase erfahren wir indirekt durch schriftliche Quellen, während archäologische Beweise für ihre genaue Lage fehlen.

3. JAHRHUNDERT V. CHR.

Die Lumbarda-Psephisma

Eine jüngere griechische Siedlung wird durch materielle Funde ins 3. Jahrhundert v. Chr. datiert und in Lumbarda lokalisiert. Der wichtigste Fund ist eine Inschrift aus Stein, bekannt als Lumbarda-Psephisma. Dabei handelt es sich um einen Vertrag zwischen den zugewanderten griechischen Siedlern und den einheimischen Illyrern – also um einen Beschluss der Versammlung zur Stadtgründung, zur Landverteilung unter den Siedlern und zur Vereinbarung eines Zusammenlebens.
Die griechischen Kolonisten kamen von der Insel Issa (heutiges Vis) und befestigten die Stadt auf Grundlage einer vorherigen Vereinbarung mit den lokalen illyrischen Vertretern. Diese Inschrift, zufällig im späten 19. Jahrhundert in Lumbarda entdeckt, ist zugleich das älteste schriftliche Denkmal auf kroatischem Boden. Weitere bedeutende Funde sind eine antike Zisterne auf Koludrt sowie feine Keramik, die im Stadtmuseum von Korčula aufbewahrt wird. Trotz ihrer Bedeutung hatte die isäische Siedlung in Lumbarda nur eine kurze Lebensdauer.

229 V. CHR.

Corcyra Nigra oder Schwarzes Korčula
gelangt erstmals unter römische Herrschaft, da Rom durch die erfolgreichen Piratenunternehmungen der illyrischer Stämme in Dalmatien gestört wurde und gegen sie mit wechselndem Erfolg Krieg führte.

Um 180 V. CHR.

Korčula wird als wichtiges illyrisches Bollwerk gegen die Römer erwähnt (Titus Livius, Ab urbe condita, XL, 42).

34–35 V. CHR.

Der römische Feldherr Oktavian – der spätere Kaiser Augustus – greift das illyrische Korčula an, erobert es und tötet oder versklavt die gesamte Bevölkerung der Insel. Unter Kaiser Augustus hört der illyrische Staat auf zu existieren, und die östliche Adriaküste wird in die römische Provinz Illyricum eingegliedert.

476 N. CHR.

Mit dem Untergang des Weströmischen Reiches fällt Korčula im Jahr 480 unter die Herrschaft Theoderichs, des Königs der Ostgoten.