Die Kirche Allerheiligen wurde zusammen mit der Bruderschaft Allerheiligen Anfang des 15. Jahrhunderts an der Stelle einer früheren Kirche errichtet, die aus dem 10. oder 13. Jahrhundert stammte. Die Bruderschaft Allerheiligen, auch bekannt als die Bruderschaft des Guten Todes, ist die älteste Bruderschaft in Korčula. Sie wurde 1301 vom ersten Bischof der Stadt, dem Dominikaner Ivan Krušić, gegründet – nur ein Jahr nach der Errichtung des Bistums Korčula.
Im Laufe der Jahrhunderte haben die Kirche und der angrenzende Bruderschaftssaal, der sich in einem nahegelegenen Palast befindet, eine unschätzbare Sammlung religiöser Artefakte zusammengetragen. Besonders hervorzuheben ist die Sammlung italo-kretischer Ikonen, die während des Kriegs um Kandia (1645–1669) nach Korčula gelangten – einem langwierigen Konflikt zwischen dem Osmanischen Reich und der Republik Venedig mit ihren Verbündeten um die Insel Kreta. Nach der Niederlage Venedigs wurden christliches Kulturgut sowie Flüchtlinge, darunter Priester und venezianische Beamte, von Kreta evakuiert. Mehrere dieser kostbaren Ikonen erreichten Korčula an Bord einer venezianischen Galeere.
Die Sammlung, die aus dem 14. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts stammt, umfasst elf Ikonen und drei bemalte Kruzifixe. Das älteste davon ist in der Kirche, links vom Hauptaltar, zu sehen. Zwei der bekanntesten Ikonen sind Christus Pantokrator und Madonna Hodegitria, beide im 15. Jahrhundert in der strengen byzantinischen Ikonentradition gefertigt – mit detaillierten figürlichen Darstellungen vor einem leuchtend goldenen Hintergrund.
Diese außergewöhnliche Sammlung von Ikonen zeugt vom reichen historischen und spirituellen Erbe von Korčula und bewahrt sowohl die künstlerische Exzellenz als auch das christliche Kulturerbe, das die Identität der Stadt über Jahrhunderte geprägt hat.
